Das Jahr 2025 bietet Unternehmern in Österreich spannende Möglichkeiten, innovative Geschäftsideen umzusetzen. Mit den richtigen Konzepten kannst du nicht nur erfolgreich ein Unternehmen gründen, sondern auch von aktuellen Trends und Marktbedürfnissen profitieren. In diesem Artikel stellen wir dir fünf Geschäftsideen mit Zukunft vor, die auf Statistiken und Prognosen aus Österreich, der EU und weltweit basieren. Lass dich inspirieren und finde heraus, welche Idee zu dir passt!
📋 Inhaltsverzeichnis
- Cybersecurity-as-a-Service (CaaS)
- AI-Compliance Officer / AI Ethics Consultant
- Unternehmensnachfolge-Matching & Search Fund Management
- Digital Accessibility & Barrierefreiheit-Audit (BaFG)
- Corporate Wellness & Employee Health Management
- Wie findest du deine perfekte Geschäftsidee?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Cybersecurity-as-a-Service (CaaS)
Die Bedrohungslage ist real, aber der 2026er-Treiber ist die Gesetzgebung. Mit der Umsetzung der NIS2-Richtlinie müssen rund 4.000 österreichische Unternehmen direkt und Tausende indirekt strenge Cybersecurity-Standards nachweisen. Wer nicht compliant ist, riskiert bis zu 10 Mio. € Strafe. Aber: NIS2 ist nur der Anfang. Auch DSGVO, CSRD, AI Act und andere Regularien erfordern Cybersecurity-Komponenten.
Die Idee (erweitert):
Du bietest ganzheitliche „Cybersecurity-as-a-Service“: Risikoanalysen, Notfallpläne, Mitarbeiterschulungen, Compliance Audits (NIS2, DSGVO, CSRD) und optional 24/7 Monitoring.
Daten-Check:
- Markt: ~4.000 direkt betroffene Unternehmen in Österreich.
- Budget-Freigabe: Persönliche GF-Haftung sorgt für garantierte Finanzierung.
Pros & Cons:
✅ Pro: Gesetzlicher Zwang = garantierte Nachfrage. Hohe Tagessätze (€ 150–300/h).
❌ Con: Extreme Verantwortung. Du brauchst exzellente Verträge & Top-Versicherung.
Erforderliche Zertifizierungen:
- ISO 27001 (Information Security Management) – Pflicht
- CISSP oder CISM – Stark empfohlen
- GDPR-DPO Zertifikat – Empfohlen
Fachbewährung & Erfahrung:
Mindestens 3–5 Jahre IT-Security-Erfahrung (als Consultant oder in-house CISO).
Wie du startest:
- Voraussetzung: ISO 27001 Zertifikat erwerben (3–4 Monate).
- Erste Kunden: Via LinkedIn & Netzwerk (Energie-, Verkehrssektor). Erste NIS2 Risikoanalyse: € 5–15k.
- Portfolio: Zertifikate + 3–5 anonymisierte Case Studies.
- Skalierung: Team mit Contractor-Modell aufbauen.
Mehr dazu:
👉 Zu Docusnap NIS2 Guide

2. AI-Compliance Officer / AI Ethics Consultant
Ab August 2026 greifen die strengsten Regeln des EU AI Act voll. Unternehmen haben oft keine Ahnung: „Darf ich ChatGPT für Kundendaten nutzen? Wer haftet, wenn mein Algorithmus unfair ist?“
Die Idee:
Du fungierst als externer „AI Ethics & Compliance Officer“: AI-System Audits, Risk Management Setup, Schulungen, Policy Development.
Daten-Check:
- Timeline: August 2026 Volle Anwendbarkeit für Hochrisiko-KI.
- Markt: Jedes KMU mit HR-Automation oder Predictive Analytics braucht dich.
Pros & Cons:
✅ Pro: Komplett neuer Markt, wenig Konkurrenz, Premium-Positionierung.
❌ Con: Hoher Weiterbildungsaufwand (rechtlich + technisch). Haftungsrisiko.
Erforderliche Zertifizierungen:
- GDPR Data Protection Officer (DPO) – Pflicht
- AI Ethics Certification (z.B. GAIA) – Empfohlen
- Juristisches Grundwissen (EU AI Act + DSGVO) – Pflicht
Fachbewährung & Erfahrung:
Min. 2 Jahre mit KI-Implementierung (Data Science, IT, Compliance).
Wie du startest:
- DPO-Zertifikat: 3–4 Wochen Online-Kurs.
- Erste Clients: 3–5 KMUs via LinkedIn-Audit. Assessment: € 3–8k pro Projekt.
- Portfolio: DPO-Zertifikat + Blog zu AI Act, Case Studies.
- Schulungen entwickeln: Online + Vor-Ort-Workshops anbieten.
Mehr dazu:
👉 Zum EU AI Act Guide

3. Unternehmensnachfolge-Matching & Search Fund Management
Warum bei Null anfangen? Österreich steht vor der größten Übergabewelle: 51.500 KMUs bis 2029 zur Übergabe – und viele finden niemanden.
Die Idee:
- Search Fund: Du suchst Investoren, kaufst einen profitablen Betrieb, wirst CEO. ROI in 5–7 Jahren.
- Matching-Service: Du hilfst Alt-Inhabern, ihre Firma digital fit zu machen, und vermittelst Nachfolger.
Daten-Check:
- Markt: 51.500 Übergaben bis 2029.
- Problem: Oft fehlt digitale Struktur, was Firmen unverkäuflich macht.
Pros & Cons:
✅ Pro: Du startest mit Umsatz, Kunden, Mitarbeitern.
❌ Con: Emotionale Hürden bei Alt-Eigentümern. Finanzierung erfordert Geschick.
Erforderliche Zertifizierungen:
- Keine formalen Zertifizierungen gesetzlich erforderlich.
- Aber empfohlen: Certified M&A Professional, Business Valuation Certificate, BWL-Grundlagen.
Fachbewährung & Erfahrung:
Min. 5 Jahre Unternehmungserfahrung oder M&A-Beratung.
Wie du startest:
- Wissen aufbauen: Bewertungsmodelle lernen (Multiples, DCF). Online-Kurse (€ 200–500).
- Markt recherchieren: WKO Nachfolgebörse durchsuchen, 5–10 Interessenten identifizieren.
- Erste Projekte: „Nachfolgereife-Analyse“ anbieten (€ 2–5k). Später Provision: 3–5% vom Kaufpreis.
- Netzwerk: Makler, Steuerberater, Banken als Partner akquirieren.
Portfolio / Nachweis:
- LinkedIn-Profil mit M&A-Fokus.
- Referenzen von Makler:innen/Steuerberatern.
- Eigene Case Study: Wie du einen Betrieb erfolgreich verkauft hast.
Mehr dazu:
👉 Zum WKO Nachfolge-Factsheet

4. Digital Accessibility & Barrierefreiheit-Audit (BaFG)
Ein absoluter „Muss“-Markt für Solopreneure: Das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) ist seit Juli 2025 in Kraft, aber die Schonfristen laufen aus. Ab 2026 müssen alle Webshops, Buchungsplattformen und E-Commerce-Dienste in Österreich für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein (WCAG-Standard). Bei Verstößen drohen bis zu 80.000 € Strafe. Der Markt ist riesig (jeder Webshop!), aber es gibt kaum spezialisierte Experten.
Die Idee:
Du prüfst Websites und Shops auf Barrierefreiheit und hilfst bei der Behebung.
- Audit-Service: Technische Analyse (Screenreader-Tests, Tastatur-Bedienbarkeit).
- Remediation: Konkrete Handlungsempfehlungen für Entwickler oder direktes Fixing (CSS/HTML).
- Barrierefreiheitserklärung: Erstellung der gesetzlich geforderten Dokumente.
- Schulung: Training für Content-Manager (wie schreibe ich Alt-Texte?).
Daten-Check:
- Markt: Jeder B2C-Webshop & Dienstleister in Österreich (zehntausende Kunden).
- Regulatory Push: BaFG (Umsetzung des European Accessibility Act).
- Bußgelder: Bis zu € 80.000 bei Nicht-Compliance.
Pros & Cons:
✅ Pro: Perfekt für Solopreneure (Web-Dev/UX Hintergrund). Extrem hohe Nachfrage, da Gesetz scharf wird.
❌ Con: Erfordert tiefes technisches Detailwissen (WCAG Standards sind komplex).
Erforderliche Zertifizierungen:
- Web Accessibility Specialist (WAS) von der IAAP – Der Gold-Standard
- Certified WebAccessibility Expert (z.B. WKO/Incite) – Österreichische Alternative
- CPACC (Certified Professional in Accessibility Core Competencies) – Grundlagen
Fachbewährung & Erfahrung:
Hintergrund in Frontend-Development, UX-Design oder QA Testing (1–2 Jahre) ist hilfreich.
Wie du startest:
- Wissen: WCAG 2.1/2.2 Richtlinien lernen (kostenlos online).
- Zertifizierung: IAAP WAS oder Incite Zertifikat machen (€ 350–500).
- Erstes Audit: Eine Bekannten-Website kostenlos prüfen, um Prozess zu üben.
- Angebot: „BaFG-Audit Paket“ für Webshops schnüren (Preis: € 1.500–5.000 je nach Größe).
- Akquise: Webagenturen anschreiben – die suchen händeringend Partner für ihre Kunden.
Portfolio / Nachweis:
- Zertifikat (WAS/Incite).
- Ein „Muster-Audit“ (PDF), das zeigt, wie detailliert du prüfst.
- Vorher-Nachher-Beispiele von gefixten Barrieren.
Mehr dazu:
👉 WKO Infos zum Barrierefreiheitsgesetz im E-Commerce

5. Corporate Wellness & Employee Health Management
Fachkräftemangel, psychische Belastung, Burnout-Raten – Unternehmen zahlen für Employee Wellness Programme. 2026 explodiert dieser Markt, weil Arbeitgeber erkannt haben: Gesunde Mitarbeiter = höhere Produktivität, weniger Fluktuation, besseres Image.
Die Idee:
Du bietest „Corporate Wellness as a Service“: Bedarfsanalysen, Maßnahmen-Design, Umsetzung von Fitnessprogrammen, Mental-Health-Workshops, Ergonomie-Beratung, Digital Wellness Platforms.
Daten-Check:
- Markt: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist in Österreich Standard (WKO, AK, VAEB unterstützen).
- Trend: Von „klassischem Fitness“ zu „ganzheitlichem Wohlbefinden“ (Mental Health + Physical + Nutrition).
- Budget-Sicherheit: BGF wird als Investition (ROI durch weniger Krankenstände) betrachtet.
Pros & Cons:
✅ Pro: Wachsender Markt, Regierungsförderung (BGF-Zertifikate), Abo-Modell = stabiles Einkommen.
❌ Con: Hohe Kundenakquise-Kosten. Konkurrenz wächst. Bedarf umfassendes Netzwerk.
Erforderliche Zertifizierungen:
- BGF-Berater/in Zertifikat (2–4 Wochen, z.B. ÖNBGF) – Pflicht
- Diplom Sportwissenschaft oder Trainerlizenz (B/A-Lizenz) – Empfohlen
- Ernährungsberater oder Psychosomatik – Für Team-Spezialisierung
- Workplace Health Coach – Optional, aber differenzierend
Fachbewährung & Erfahrung:
Min. 2–3 Jahre in Fitness, Gesundheit oder HR-Abteilung. Idealer: Eigene BGF-Erfahrung.
Wie du startest:
- BGF-Zertifikat: 2–4 Wochen Online/Präsenz-Kurs.
- Netzwerk: Mit Betriebsräten, HR-Leitern, Sicherheitsfachkräften verbinden.
- Erste Kunden: Kleine/mittlere Betriebe (50–500 MA). Standardpaket: € 3–8k/Jahr pro Firma.
- Skalierung: Digital Platform (App/LMS) + zusätzliche Trainer einstellen.
Portfolio / Nachweis:
- BGF-Zertifikat + ggf. Sportwissenschaft-Diplom.
- 3–5 abgeschlossene BGF-Projekte (anonymisiert).
- Case Study: „Wie ich Krankenstände in Firma XY um 15% reduziert habe.“
- Testimonials von Betriebsräten/HR-Leitern.
Mehr dazu:
👉 Zum BGF-Netzwerk Österreich
Wie findest du deine perfekte Geschäftsidee?
Falls du noch unsicher bist, welche Idee zu dir passt, gibt es zahlreiche Ressourcen und Tools, um dich zu unterstützen:
Kostenlose Beratung & Erstanalyse
Das WKO Gründerservice bietet an 90 Standorten in ganz Österreich kostenlose persönliche Beratung zur ersten Analyse deiner Geschäftsidee, zu Gewerberecht, Rechtsform, Finanzierung und Förderungen.
Förderungen & Finanzierung
- Förderpilot: Die gemeinsame Plattform von aws und FFG zeigt dir innerhalb von Minuten, welche Förderungen für dein Vorhaben infrage kommen – inklusive kostenlosem 24h Quick-Check.
- aws First Incubator: Fördert innovative Gründer:innen mit bis zu € 49.000 Zuschuss (90% der Projektkosten), professionellem Coaching und einem Netzwerk von Expert:innen.
- aws Seedfinancing: Programm für junge Startups von der Entwicklung bis zur Marktreife – mit Gender Bonus für Gründerinnen.
Businessplan-Tools
Die i2b Businessplan-Initiative (WKO + Erste Bank) bietet dir kostenlos:
- Online-Assistent zur Businessplan-Erstellung
- Finanzplanungstool „Plan4You“
- Kostenlose Expert:innen-Bewertung deines Plans
- Businessplan-Wettbewerb mit über € 200.000 Preisen
Selbstreflexion
Analysiere deine Stärken und Interessen – viele geniale Geschäftsideen entstehen aus persönlichen Leidenschaften! Tools wie der Gründungsfahrplan der WKO helfen dir, strukturiert vorzugehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich ohne Zertifikat starten?
Technisch ja (bei Nachfolge & Wellness). Aber: Zertifikate sind dein Verkaufsargument. Ohne sie brauchst du viel mehr Netzwerk & Referenzen.
Welche Idee hat die niedrigsten Startkosten?
Digital Accessibility ist am günstigsten (€ 1–3k), gefolgt von Corporate Wellness & Nachfolge (€ 2–6k). Cybersecurity ist am teuersten.
Muss ich alles solo machen?
Nein! Alle 5 Ideen können solo gestartet und später durch ein Team oder Freelancer skaliert werden.
Wieviel kann ich verdienen?
- Cybersecurity: € 150–300/h oder € 10–30k pro Projekt.
- AI-Compliance: € 100–200/h oder € 5–15k pro Audit.
- Nachfolge: 3–5% Provision vom Kaufpreis (€ 500k Deal = € 15–25k).
- Accessibility: € 80–150/h oder € 1.500–5.000 pro Audit.
- Wellness: € 3–8k/Jahr pro Firma (Abo-Modell = stabiler).
Ist 2026 zu spät?
Nein! Für AI Act & Accessibility beginnt 2026 erst der Druck. Je schneller du startest, desto mehr Case Studies hast du, wenn der Markt explodiert.
Unbegrenhzte Möglichkeiten!
Österreich bietet 2026 zahlreiche Möglichkeiten für innovative Geschäftsideen. Mit einer klaren Vision und der richtigen Planung kannst du erfolgreich durchstarten. Nutze die genannten Ressourcen und Trends als Grundlage für deine Selbstständigkeit und werde Teil eines wachsenden Marktes! Die genannten Geschäftsideen zeigen, dass es nicht nur auf die Idee selbst ankommt, sondern auch darauf, wie du sie umsetzt und welche Ressourcen du nutzt.
Wenn du Fragen hast oder Unterstützung bei der Gründung deines Unternehmens benötigst, stehen wir dir gerne zur Seite. Kontaktiere uns und wir helfen dir dabei, dein Vorhaben erfolgreich zu starten. Solltest du bereits ein Unternehmen führen, findest du in unseren anderen Blogbeiträgen hilfreiche Tipps zur Steueroptimierung und Unternehmensführung. Wir freuen uns darauf, dich bei deinem Weg zum Erfolg zu unterstützen.
